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Österreichische Flagge neben einer Auswahl von Recruiting-Tool-Logos als Alternativen zu Prescreen
Tool-VergleichLaura Berger··4 Min. Lesezeit

Prescreen Alternative: Die besten Bewerbermanagement-Tools für Österreich (2026)

Prescreen war fester Bestandteil des österreichischen Recruiting-Markts. Die besten Alternativen 2026 — mit Fokus auf den DACH-Raum.

Prescreen: Was es war und warum Alternativen gefragt sind

Prescreen gehörte lange zu den bekanntesten Bewerbermanagement-Systemen in Österreich. Das Grazer Unternehmen war speziell auf den deutschsprachigen Markt ausgerichtet und wurde unter anderem vom AMS (Arbeitsmarktservice Österreich) eingesetzt.

Nach der Übernahme durch XING (heute onlyfy by XING) im Jahr 2017 wurde Prescreen schrittweise in die XING-Produktwelt integriert. Für viele österreichische Unternehmen bedeutete das: Die gewohnte Standalone-Lösung veränderte sich — und der Bedarf nach Alternativen wuchs.

Worauf österreichische Unternehmen achten sollten

Der österreichische Recruiting-Markt hat einige Besonderheiten, die bei der Tool-Wahl entscheidend sind:

DSGVO und österreichisches Datenschutzrecht

Österreich setzt die DSGVO mit dem Datenschutzgesetz (DSG) um. Für Recruiting-Tools bedeutet das:

  • Serverstandort: Ideal sind EU-Server, noch besser DACH-Hosting
  • Löschfristen: Automatische Löschung von Bewerberdaten nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist
  • Einwilligungsmanagement: Saubere Consent-Flows für Talent Pools

Integration mit österreichischen Jobbörsen

Wer in Österreich rekrutiert, braucht Anbindungen an:

  • karriere.at — die größte österreichische Jobbörse
  • AMS eJob-Room — besonders relevant für öffentliche Ausschreibungen
  • StepStone.at — stark im kaufmännischen Bereich
  • XING und LinkedIn — für Active Sourcing

Mehrsprachigkeit

Viele österreichische Unternehmen rekrutieren in Österreich, Deutschland und der Schweiz gleichzeitig. Ein Tool muss mehrsprachige Stellenanzeigen und Kommunikation unterstützen.

Die besten Prescreen-Alternativen im Vergleich

1. Softgarden

Am besten für: Mittelständische Unternehmen mit hohem Bewerbungsvolumen

Softgarden ist eine der populärsten ATS-Lösungen im DACH-Raum und bietet einen starken Funktionsumfang für das Bewerbermanagement:

  • Multiposting auf über 300 Jobbörsen (inkl. karriere.at)
  • Feedback-basiertes Recruiting mit Candidate-Experience-Analysen
  • Talent Pool und automatisierte Kommunikation
  • DSGVO-konformes Hosting in Deutschland

Preismodell: Ab ca. 200 €/Monat, abhängig von der Unternehmensgröße.

Einschränkung: Kein integriertes KI-gestütztes CV-Screening — Bewerbungen werden chronologisch angezeigt, nicht nach Eignung sortiert.

2. Recruitee (by Tellent)

Am besten für: Startups und Scale-ups mit agilen Hiring-Prozessen. Was Recruitee beim CV-Screening konkret kann und nicht kann, analysiert unser Artikel zu Recruitee und CV-Screening.

Recruitee punktet mit einer modernen, intuitiven Oberfläche und starker Collaboration-Funktionalität:

  • Drag-and-Drop-Pipeline für den Bewerbungsprozess
  • Hiring-Team-Kollaboration mit Bewertungen und Kommentaren
  • Karriereseiten-Builder
  • API-Integrationen und Zapier-Anbindung

Preismodell: Ab ca. 199 €/Monat (Launch-Plan).

Einschränkung: Begrenzte Anbindung an spezifisch österreichische Jobbörsen. CV-Screening erfolgt manuell.

3. Personio Recruiting

Am besten für: Unternehmen, die bereits Personio für HR nutzen. Einen direkten Personio vs. Recruitee Vergleich mit Preisen und ehrlichen Einschätzungen bietet ein eigener Artikel.

Personio ist der Marktführer für HR-Software im DACH-Raum und bietet ein integriertes Recruiting-Modul:

  • Nahtlose Integration mit Personalverwaltung, Zeiterfassung und Payroll
  • Multiposting-Funktion
  • Bewerbermanagement mit Phasen-Tracking
  • Starke DSGVO-Compliance

Preismodell: Recruiting ist Teil der Gesamtlizenz, Preis auf Anfrage.

Einschränkung: Das CV-Screening ist rudimentär — keine KI-gestützte Analyse oder automatisches Ranking der Bewerber.

4. onlyfy by XING (Prescreen-Nachfolger)

Am besten für: Unternehmen, die stark auf XING-Sourcing setzen

Als direkter Nachfolger von Prescreen bietet onlyfy die engste Anbindung an das XING-Netzwerk:

  • Active Sourcing direkt aus der XING-Datenbank
  • Bewerbermanagement mit Talent-Pool-Funktion
  • Integration mit dem XING-Arbeitgeberprofil

Preismodell: Auf Anfrage, oft als Bundle mit XING-Stellenanzeigen.

Einschränkung: Starke Abhängigkeit vom XING-Ökosystem. Wer primär über andere Kanäle rekrutiert, findet hier weniger Mehrwert.

Die Lücke, die alle ATS-Systeme haben

Alle genannten Tools haben eines gemeinsam: Sie verwalten Bewerbungen — aber sie bewerten sie nicht intelligent.

Das bedeutet in der Praxis:

  • 100 Bewerbungen landen in der Pipeline
  • Jeder CV muss manuell geöffnet und gelesen werden
  • Keine automatische Einschätzung, ob ein Kandidat zur Stelle passt
  • Kein Ranking nach Relevanz

Für HR-Teams mit begrenzter Kapazität ist das ein echtes Problem. Besonders in Österreich, wo viele Unternehmen kleine HR-Abteilungen haben, fehlt schlicht die Zeit für gründliches manuelles Screening.

CV-Screening als Ergänzung zum ATS

Genau hier setzen spezialisierte Tools wie HireSift an. Statt das ATS zu ersetzen, ergänzen sie den bestehenden Workflow:

  1. Stellenbeschreibung eingeben — die Anforderungen werden automatisch erkannt
  2. CVs hochladen — als PDF oder direkt aus dem ATS exportiert
  3. Ranking erhalten — jeder Kandidat wird nach Eignung bewertet, mit nachvollziehbarer Begründung

Der Vorteil: Sie behalten Ihr bestehendes ATS (Softgarden, Personio, Recruitee) und fügen eine intelligente Screening-Schicht hinzu. So sparen HR-Teams typischerweise 60–80 % der Zeit beim Erstsichtung.

Fazit: Die richtige Kombination macht den Unterschied

Die perfekte Prescreen-Alternative gibt es nicht als einzelnes Tool. Der beste Ansatz für österreichische Unternehmen in 2026:

  1. Ein ATS wählen, das zum Unternehmen passt (Softgarden für den Mittelstand — wer Alternativen sucht, findet sie im Artikel zu den besten Softgarden-Alternativen, Personio für integriertes HR, Recruitee für agile Teams)
  2. Österreichische Jobbörsen anbinden (karriere.at, AMS eJob-Room)
  3. CV-Screening ergänzen mit einem spezialisierten Tool wie HireSift

So entsteht ein Recruiting-Stack, der sowohl die administrativen als auch die analytischen Anforderungen moderner HR-Arbeit abdeckt.

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